Wie lange dauert das Wochenbett – und was passiert dabei?
Kurzantwort
Das Wochenbett dauert sechs bis acht Wochen nach der Entbindung. In dieser Zeit bildet sich die Gebärmutter zurück, der Wochenfluss klingt über vier bis sechs Wochen ab, der Milcheinschuss kommt um den dritten Tag und der Hormonhaushalt stellt sich um. Die ersten zehn Tage gelten als Frühwochenbett – jetzt haben Ruhe und Erholung Vorrang.
Zuletzt aktualisiert am 6. August 2026
Frühwochenbett und Spätwochenbett
Als Frühwochenbett gelten die ersten zehn Tage nach der Geburt – die Phase der größten körperlichen Umstellung, in der Dich Deine Hebamme bei Bedarf sogar täglich besucht. Das Spätwochenbett reicht bis zum Ende der sechsten bis achten Woche: Der Körper regeneriert weiter, und mit dem Abschluss des Wochenbetts beginnt üblicherweise die Rückbildung.
Was im Wochenbett im Körper passiert
- Rückbildung der Gebärmutter: Sie schrumpft von etwa einem Kilogramm auf rund 50 bis 100 Gramm und sinkt täglich etwa einen Querfinger tiefer – nach zehn bis zwölf Tagen ist sie von außen nicht mehr tastbar. Nachwehen, besonders beim Stillen, unterstützen diesen Prozess.
- Wochenfluss: Die Wundheilung der Gebärmutter zeigt sich als Ausfluss, der über vier bis sechs Wochen von blutig-rot über bräunlich und gelblich bis weißlich abklingt.
- Milcheinschuss: meist um den zweiten bis vierten Tag – die Brüste werden voller, wärmer und oft spannungsempfindlich.
- Hormonelle Umstellung: Östrogen und Progesteron fallen abrupt ab, Prolaktin und Oxytocin übernehmen – das beeinflusst auch die Stimmung.
Babyblues oder Wochenbettdepression?
Der Babyblues trifft 50 bis 80 Prozent aller Mütter: Um den dritten bis fünften Tag kommen Stimmungstief und Tränen – meist ist der Spuk nach Stunden bis wenigen Tagen vorbei und braucht keine Behandlung. Halten Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Ängste dagegen länger als zwei Wochen an und beeinträchtigen den Alltag, kann eine postpartale Depression dahinterstecken – sie betrifft 10 bis 15 Prozent der Mütter und ist gut behandelbar. Sprich in dem Fall offen mit Deiner Hebamme oder Frauenärztin.
Deine Hebamme: Kassenleistung im Wochenbett
Jede gesetzlich versicherte Mutter hat Anspruch auf Hebammen-Nachsorge: in den ersten zehn Tagen bis zu zwei Besuche täglich, danach 16 weitere Kontakte bis zum Ende der zwölften Woche – bei Still- oder Ernährungsproblemen sogar darüber hinaus. Die Kosten trägt vollständig die Krankenkasse.
Wann Du Hebamme oder Ärztin kontaktieren solltest
- Fieber über 38 Grad
- plötzlich sehr starke Blutung oder übelriechender Wochenfluss
- Wochenfluss, der plötzlich versiegt
- starke Unterbauchschmerzen oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl
- anhaltende tiefe Traurigkeit oder Angstzustände
Nach dem Wochenbett beginnt der sanfte Wiederaufbau: mit der Rückbildung und später mit dem schrittweisen Wiedereinstieg in den Sport.
Häufige Fragen zum Thema
Wie lange sollte man im Wochenbett wirklich liegen bleiben?
Eine starre Bettruhe ist nicht nötig – bewährt hat sich die Faustregel, die erste Woche viel zu liegen, die zweite rund ums Bett zu verbringen und sich danach langsam zu steigern. Höre auf Deinen Körper und Deine Hebamme.
Wie lange dauert der Wochenfluss?
In der Regel vier bis sechs Wochen. Er verändert sich dabei von blutig-rot über bräunlich und gelblich zu weißlich – versiegt er plötzlich oder riecht unangenehm, solltest Du Deine Hebamme informieren.
Was ist der Unterschied zwischen Babyblues und Wochenbettdepression?
Der Babyblues kommt um den dritten bis fünften Tag und verschwindet nach Stunden bis wenigen Tagen von selbst. Eine Wochenbettdepression hält länger als zwei Wochen an, beeinträchtigt den Alltag und gehört in fachliche Behandlung.
Wie oft kommt die Hebamme im Wochenbett?
In den ersten zehn Tagen bei Bedarf bis zu zweimal täglich, danach stehen Dir 16 weitere Termine bis zwölf Wochen nach der Geburt zu – vollständig von der Krankenkasse bezahlt.
Nach dem Wochenbett: sanft wieder in Bewegung kommen
Unsere ZPP-zertifizierten Online-Kurse begleiten Dich nach dem Wochenbett zurück zu einer starken Körpermitte – live oder on demand, bezuschusst von den Krankenkassen.