Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft – was hilft?
Kurzantwort
Bei Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft helfen ein stabilisierender Beckengurt, beckenschonende symmetrische Bewegungen, Physiotherapie und sanftes Training der beckenumgebenden Muskulatur, etwa im Wasser. Ursache ist die hormonbedingte Lockerung der Schambeinfuge. Einbeinige Belastungen und Spreizbewegungen solltest Du meiden – nach der Geburt klingen die Schmerzen meist innerhalb weniger Wochen ab.
Zuletzt aktualisiert am 6. August 2026
Was ist eine Symphysenlockerung?
Die Symphyse ist die knorpelige Verbindung der beiden Schambeine. In der Schwangerschaft lockern die Hormone Relaxin, Progesteron und Östrogen gezielt Bänder und Fugen, damit das Becken für die Geburt beweglicher wird. Wird die Schambeinfuge dabei zu locker, entsteht ein stechender Schmerz am Schambein – die Symphysenlockerung. Beckengürtelschmerzen insgesamt betreffen etwa jede fünfte Schwangere, ausgeprägte Symphysenbeschwerden deutlich weniger.
Typische Symptome: So fühlt sich die Symphysenlockerung an
- stechender Schmerz am Schambein oder in der Leiste, teils mit Ausstrahlung in unteren Rücken und Oberschenkel
- Schmerzverstärkung beim Treppensteigen, Umdrehen im Bett und Aufstehen
- Beschwerden beim einbeinigen Stehen – etwa beim Anziehen
- Schmerzen bei großen Schritten oder schnellem Gehen
Was gegen Symphysenschmerzen hilft
- Beckengurt: Ein Stützgürtel stabilisiert die Beckengelenke und lindert die Schmerzen vor allem beim Gehen spürbar
- Beckenschonend bewegen: kleine, symmetrische Schritte; beim Umdrehen im Bett die Knie beugen und geschlossen halten; im Sitzen anziehen; nachts ein Kissen zwischen die Knie
- Physiotherapie: gezielte Anleitung reduziert Schmerzen und verbessert die Lebensqualität nachweislich
- Sanftes Training: Schwimmen, Wassergymnastik und stabilisierende Übungen kräftigen die beckenumgebende Muskulatur – auch behutsames Beckenbodentraining unterstützt die Stabilität
Was Du besser vermeidest
Alles, was das Becken einseitig oder auseinanderziehend belastet: einbeiniges Stehen, weite Spreizbewegungen, schweres Heben, große Schritte und abrupte Drehungen. Auch langes Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen ist ungünstig. Als Faustregel gilt: Bewegungen, die den Schmerz auslösen, sind ein Hinweis Deines Körpers – such Dir die symmetrische Variante.
Wie geht es nach der Geburt weiter?
Die gute Nachricht: Mit dem Abfall der Schwangerschaftshormone festigt sich das Becken wieder. Die meisten Beschwerden verschwinden innerhalb einiger Wochen bis etwa drei Monate nach der Geburt; die vollständige Festigung kann bis zu sechs Monate dauern, beim Stillen mitunter etwas länger. Eine sorgfältige Rückbildung unterstützt diesen Prozess. Bei starken, anhaltenden oder gehbehindernden Schmerzen – in der Schwangerschaft oder danach – gehört das Becken in ärztliche Abklärung. Allgemeine Tipps gegen Rückenbeschwerden findest Du außerdem unter „Was hilft gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?“.
Häufige Fragen zum Thema
Wie fühlen sich Symphysenschmerzen an?
Typisch ist ein stechender Schmerz direkt am Schambein oder in der Leiste, der beim Treppensteigen, Umdrehen im Bett oder einbeinigen Stehen zunimmt und in Rücken oder Oberschenkel ausstrahlen kann.
Was hilft schnell gegen Symphysenschmerzen?
Ein Beckengurt entlastet die Schambeinfuge sofort spürbar, besonders beim Gehen. Dazu helfen kleine symmetrische Schritte, ein Kissen zwischen den Knien beim Liegen und das Vermeiden einbeiniger Belastungen.
Wann gehen Symphysenschmerzen nach der Geburt weg?
Meist innerhalb weniger Wochen bis etwa drei Monate, wenn der Hormonspiegel sinkt und sich das Becken wieder festigt. Halten die Schmerzen länger an, sollte eine Ärztin oder Physiotherapeutin draufschauen.
Ist Bewegung bei einer Symphysenlockerung erlaubt?
Ja – sanfte, symmetrische Bewegung wie Schwimmen, Wassergymnastik oder angeleitetes stabilisierendes Training ist sogar empfehlenswert. Vermeiden solltest Du nur einseitige Belastungen, Spreizbewegungen und abrupte Drehungen.
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